to celebrate the fact
that we’ve seen the back
of another black
day
friede ist friede, freude freude und eierkuchen immer noch eierkuchen.
der night move hier in köln, 1994. erinnert sich noch jemand ?
bis heute hat für mich die vorstellung, die immerwährende party auch mal in die aussenwelt hineinzustülpen, nichts von seinem reiz verlorn.
gelebte anarchie, bassliebe auf betonalleen, mein jägermeister ist dein jägermeister und so weiter.
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eben am niehler hafen lief ein recht improvisiert bekleideter jogger an mir vorbei.
naja, das triffts nicht ganz..
er schien mich schon von weitem aus, trotz sonnenbrille, zu fokussiern. bei mir angelangt, umrundete er mich joggend drei mal, synchron zum drum & bass mixtape ausm ikopf und drückte mir nen zettel in die hand, worauf folgender text zu lesen stand, und lief weiter:
“vielleicht ist es auch so, das mit dem tod nicht alles aufhört.
wenn wir sterben, bleibt vielleicht die wahrnehmende bewußtseinseinheit irgendwie intakt.
verharrt in der jeweiligen komplexität, die es zu seinem physischen tod innehatte. stummer, nichthandelnder zeuge für den rest, der da lebend weiterwuselt.
der tag, an dem die toten wieder auferstehen, ist vielleicht der tag, wo wir jetzt lebenden ihrer plötzlich gewahr werden.
wie eine neue app im gehirn. ein systemupdate. spontandownload.
niemand ist nie gestorben. und alle geschichten lebendig.
das sie alle noch immer da sind, nie abgeschaltet haben. auf der längsten afterhour aller zeiten.
am tag des jüngsten gerichts sind wir alle online. jeder darf nachschenken, so viel er will. wir graden up und down, ein kollektiver vulkanischer seelenverschmelzungstrip, weil es keine verstecke mehr gibt.
wie glücklich die spezies, die DAS überlebt.
und keiner muß nie mehr nach hause..“
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so begab es sich also nun, das ich zwecks rosettenliftings vorvorgestern im weyertal landete. soll ja in den besten familien vorkommen. sogar in meiner.
an diesem vormittag nun, dem bisher heißesten tag des jahres, lernte ich gerd [gæcht] kennen. berenteter installateur, überall in der welt herumgekommen (..frahch misch lieber, wo isch no nit wor, is einfacher !”).
man unterhielt sich über all die dinge, über die sich zwo fremde männer gestandnen alters auf ner krankenhausparkbank in köln nun mal unterhalten: über arschlöcher. und zwar die eigenen. er führte einen blauen müllsack mit seiner notfallpanthenol-salbe mit sich und behauptete, den geist eines 20-30 jährigen mit sich rumzutragen (was ich bei seinen 64 realen lenzen aufm rücken definitiv bestätigen kann).
“wat willsde da maache, sät schon dem zeus”, kommentierte gerd, als ich übers erschwerte urinieren klagte. “ävver isch han da noch ene budeswehr-trick-17 auf lajer”, rumpelte er und steckte sich die nächste fair play an, um sich dann in plätscherndes waschbeckenwasser, blasenmassagen und die dafür notwendige halbe stunde zeit zu vertiefen. “sollnse doch klopfen, do sin noch fünnef weitere pötte op dr etage, su egoisdisch mußde schon sin, jung, et jeht um ding füttsche !”. er klang sehr überzeugend. und er hatte recht.
als wir uns zwonhalb stunden später auf der selben parkbank wiedertrafen, gab ich rapport, wie beim abschied abgemacht.
ich war ziemlich ausm häuschen, nicht nur, weil ich noch zwischen fünf und neun uhr morgens darüber gejammert hatte, das ich mit dem gefühlten 2-mal-2 meter-laken im anus wohl nie wieder auf ne bild-zeitung würde scheißen können. nein. auch der anblick des verbotenen langnese-eis’ auf trombose-stützstrumpf-canvas trug entscheidend zur erhellung des monogemüts bei.
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Schon seit Monaten muss ich mir regelmäßige Fußballergeschichten anhören, alle freuten sich tiiierisch auf die WM, das Trikot für nur 89€ hing in jedem Schrank und die Vuvuzelas lagen bereit. Alle waren sich mal wieder sicher: “Dieses Jahr werden wir Weltmeister.” Alles lief ja soweit ganz gut, Jogi trug immer fleißig seinen blauen Pulli und saß, bis auf seinen kleinen Ausraster nach dem Serbien-Spiel, seelenruhig auf der Bank und betrachtete stolz seine Manschaft. Zu Recht, ham se bisher gut gemacht. In der Kölner Südstadt ist das WM Treiben jedoch kaum auszuhalten, vor allem für ein Mädchen um die 20, das Fußball niemals mochte, nicht mag und auch niemals etwas damit anzufangen plant. Alle drehen durch, quetschen sich in Maßen in und vor die Lanxess-Arena und kaufen immer mehr WM Trikots, weil sie mit dem Waschen nicht mehr nachkommen. Jeden zweiten Tag, oder zumindest an jedem Tag, an dem Deutschland spielt, kommt die Frage erneut auf: “und, wo guckst du?” Wenn meine Antwort zum wiederholten Male “hm, garnicht?” lautete, waren die meisten regelrecht schockiert. Nationalverrat. Gibt’s doch nicht. Aus lauter Vorfreude auf den Tag, an dem der Südstadt-Horror endlich ein Ende nimmt, wettete ich insgesamt 20€ gegen die Manschaft. Mit Mama, mit Freunden. Aber sie wollten einfach nicht rausfliegen.
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Der erste Post und sofort geht es, obwohl ich durch und durch Kölnerin bin, nach Düsseldorf. Dafür lohnt es sich aber:

Künstler und Filmmacher Julian Schnabel stellt im NRW-Forum unter dem Titel „Julian Schnabel. Polaroids.“ unveröffentlichte Fotografien aus.
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Blau. Rot. Blau. Rot. Blau. Rot. Schweißnass und mit weit aufgeknöpften Hemden stehen am Dienstag, dem 8.6., vier Newcomer im bunt blinkenden Licht der Bühne des Kölner Blue Shell. Der neue Name der Band, die bis vor zwei Monaten noch Replico hieß, passt wie angegossen. Kein Zwicken, kein Kneifen. „Champions“. Sieger.
Die Jungs sind erst zwischen neunzehn und zwanzig Jahre alt, haben jedoch mehr Erfahrung, als die meisten Künstler in den deutschen Charts. Sie haben viel ausprobiert, hart an ihrer Musik und ihrem Stil gearbeitet und im Herbst 2010 kommt es endlich, das Album. Das Album, für dessen Aufnahmen sie regelmäßig durch ganz Deutschland tuckern, das Album, in das sie ihr Herzblut, ihre Kraft und ihre Hoffnung stecken. Vier Jahre Arbeit hat es gekostet. Schreiben. Aufnehmen. Schreiben. Aufnehmen. Proben. Warten. Warten. Warten.
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“wer hat nicht mal am rhein in lauer sommernacht
beim glase wein vom glücke träumend zugebracht
seelig berauscht küsse getauscht
wo nur der mond allein, dich schelmisch belauscht.” – willi ostermann

die co pop ging mir dieses jahr am arsch vorbei. dicht gefolgt vom csd und den übrigen zur belanglosigkeit mutierten veranstaltungen.
ich habe die wochenenden lieber zuhause in riehl verbracht. ableton an- und ausgemacht. dazwischen immer wieder meinem mit taubendreck zugeschissenen balkon zugeprostet und mich ab und an an den rhein getraut. jamaican smile auf migrationshintergrund, augenblick verweile, du bes esu lecker..
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